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Biergarten Guide

Wissenswertes über Biergärten

Ausgestattet mit diesem Biergarten Guide sollte nun nichts mehr schiefgehen.

Dress-Code

In den Biergarten darf man in jedem Outfit. Echte Bayern tragen natürlich gern ihre „Lederne“, also die traditionelle bayerische Lederhose. Die Frauen kommen gerne im Dirndl in den Biergarten.

Bierbänke

Im Biergarten gibt es keine Zweiertische und man ist sehr aufgeschlossen. Gerne kann man sich überall dazusetzen und gemeinsam mit einer Maß Bier anstoßen.

Bier, das „flüssige Lebensmittel“

Die Paulaner Mönche brauten im 14. Jahrhundert frei nach dem Motto: „Liquida non frangunt ienum“ (Flüssiges bricht das Fasten nicht). Aufgrund der harten Arbeit und der oft kargen Mahlzeiten besonders zur Fastenzeit galt Bier als flüssige Nahrung und täglich waren bis zu fünf Maß erlaubt!

Essen

Traditionell gibt es Steckerlfisch, z. B. meist eine Makrele, die auf eine Holzstange gespießt und über Holzkohle gegrillt wird. Außerdem gibt es Obazda, Radi, Wurstsalat, etc. In einem echten bayrischen Biergarten ist es nach alter Tradition erlaubt, seine eigene Brotzeit (Essen, aber keine Getränke!) mitzubringen. Das ist Brauch, seit im 19. Jahrhundert in München die Biergärten entstanden. Damals konnte das frisch gebraute Bier nur in Bierkellern an den Hängen der Isar gekühlt werden. Da erlaubte König Ludwig I. den direkten Verkauf des Biers in und vor den Kellern, nicht aber das Servieren von Speisen.

Das Anstoßen

Gerüchten zufolge wurde das Anstoßen der Maßkrüge als Vertrauensbeweis zur gängigen Tischsitte. Im Mittelalter war es durchaus üblich, Gegner mit Gift ins Jenseits zu befördern. Deshalb stieß man so heftig an, dass das Bier auch in die anderen Krüge überschwappte. Derjenige, der aus Angst, sein Gift würde ins eigene Glas schwappen, nicht anstieß, war verdächtig.

Wie isst man Weißwürste richtig?

Die Weißwürste dürfen die Glocken nicht läuten hören, so sagt der Volksmund. Das bedeutet: Sie sollen vor 12 Uhr Mittags aufgegessen sein. Dieser Spruch hat lange Tradition und kommt aus einer Zeit, als es noch keine Kühlschränke gab. Damals wurden die Weißwürste bei Wärme schneller schlecht und sollten deshalb bis 12 Uhr mittags gegessen sein. Traditionell trinkt man zur Weißwurst ein Hefe-Weißbier.

Der Biergarten. Ein klassenloses Revier

In einem Biergarten mischen sich die Gesellschaftsschichten. Ob arm oder reich, im Biergarten sind sie alle gleich. Allein schon deshalb würde niemand auf die Idee kommen, den grantelnden Zausel mit dem Backenbart, der sich am Nebentisch schon seit Stunden an seiner Maß Bier festhält, schief anzuschauen. Plätze frei halten oder den eigenen Tisch verweigern, wenn noch ein Sitzplatz frei ist, fällt unter die Rubrik „Sakrileg“ und wird mit gesellschaftlicher Ächtung bestraft.

Selbstbedienung und die Maß

Wer sich im Biergarten hinsetzt und darauf wartet, dass die Bedienung die Bestellung aufnimmt, wartet vergebens. Denn im Biergarten herrscht Selbstbedienung – außer an gedeckten Tischen. Die Getränke gibt es in den meisten Biergärten nur im „1-Liter-Grossformat“. Also nicht übermütig werden und für alle Freunde gleichzeitig Bier holen wollen. Mehr als drei Maß schafft nur eine professionelle Bedienung.

Biergarten Tipps

So ein Biergarten ist etwas ganz Spezielles, da haben die Einheimischen natürlich einen kleinen Vorteil, was Sitten und Gebräuche angeht. Gut, dass unsere Paula euch ein paar Tipps auf den Weg in den nächsten Biergarten mitgibt. Lasst’s euch schmecken!

„Bis heut‘ Nachmittag!“

Im Biergarten verabredet man sich am besten zu vagen Zeiten. Dann braucht niemand zu hetzen und niemand ist zu spät. Denn im Biergarten geht’s ganz gemütlich zu und das fängt schon bei der Verabredung an.

„Hock di hera!“

Im Schatten der Kastanien werden Fremde schnell zu Freunden. Setz dich also ohne zu zögern an irgendeinen Tisch dazu. Mit jedem neuen Gesicht kommt ein Stückchen Geselligkeit hinzu.

„Hier schmeckt’s allen!“

Bei uns kommen die unterschiedlichsten  Menschen zusammen: Da stößt der ältere Herr mit den jungen Studenten an, der Trambahnschaffner plaudert mit dem Touristen und der Maurer genießt gemeinsam mit dem Universitätsprofessor seine Brotzeit. So wird’s richtig gesellig.

„Wer bist’n du?“

Im Biergarten treffen Dialekte, Sprachen, Gesinnungen und sogar konkurrierende Fußballfans aufeinander, aber zum Glück darf hier jeder sagen, was er denkt. Nur zwei Worte sind absolut fehl am Platz: und zwar „Sie“ und „Ihnen“. Denn im Biergarten duzt man sich.

„Prost miteinand!“

Wenn du dein frisches Paulaner Weißbier trinkst, vergiss vor lauter Vorfreude nicht, deinen Tischnachbarn zuzuprosten. Und zwar am besten gleich mehrmals. Eine einfache Faustregel besagt: 10-mal zuprosten pro Mass sollte passen. Übrigens: Mit einem Weißbierglas stößt du natürlich immer unten an.

„Tischlein deck dich!“

Eine bayerische Brotzeit ist so richtig schön urig. Als echter Biergartenprofi bringst du also eine schöne Tischdecke, ein Holzbrettchen und ein scharfes Messer im eigenen Weidenkorb mit. Das köstliche Weißbier erwartet dich dann bereits im Biergarten.

„Zeit für a Brotzeit!“

Zu einem frischen Weißbier gibt’s nichts Schöneres als eine zünftige Brotzeit. Denn dann ist’s Zeit für all die kleinen Köstlichkeiten, die wir so gerne mit in den Biergarten nehmen: nämlich Brezn, Radi oder auch unseren geliebten Obatzda.

„Fesches Dirndl!“

Als Dirndl bezeichnen wir in Bayern nicht nur unser traditionelles Trachtenkleid, sondern auch ein fesches Madl. Und hinter der Dirndl-Schleife versteckt sich auch noch ein kleines Geheimnis: Links gebunden bedeutet sie, dass die Dame noch zu haben ist, sitzt die Schleife rechts, ist sie bereits vergeben.

„Aus is!“

Nicht erschrecken, wenn um 22:30 Uhr eine Glocke läutet. Wäre ja auch schade, wenn das gute Weißbier verschüttet wird. Aber dann heißt es Schankschluss. Und der richtet sich nach den Tageszeiten des Biergartens, die in der Biergartenverordnung festgelegt worden sind. Also zeitig die letzte Runde bestellen!

„Prost Mahlzeit!“

Wusstest du eigentlich, dass unsere Biergärten keine Saison haben? Wenn im Winter schönes Wetter ist, stellen wir einfach trotzdem die Bierbänke raus und genießen gemeinsam den Moment: mit einem frischen Weißbier und einer selbst gemachten Brotzeit.